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Das Jahr 1950...

 

Der VfB Thanhausen erwies sich von Anfang an als zugkräftig und vital. Schwung und Einsatz erforderte die finanzielle Verfassung des Vereins allemal, denn die ersten Mitgliederbeiträge reichten für die notwendigsten Ausstattungen bei weitem nicht aus. Paragraph 5 der Satzung sah folgende Beiträge vor:

 

Für Schüler                  von 10 bis 16 Jahren                            10 Pfennig

Für Jugendliche            von 16 bis 21 Jahren                            20 Pfennig

Für ältere Aktive                                                                      40 Pfennig

Für Passive                                                                              50 Pfennig

 

In der Monatsversammlung am 22. Januar 1950 zählte der Verein schon 22 aktive Mitglieder.

 

Fußballplatz...

 

Die Verlegenheit um einen geeigneten Fußballplatz bereinigte man mit Ludwig Kutzer, der ebenfalls, wie sein Vater vor dem Krieg, einen Teil seines Gartens an der Bärengasse gegen eine Jahrespacht von 100 DM dem VfB zur Verfügung stellte. Mit dem 2.Vorstand Michael Bäuml, zugleich Bürgermeister von Thanhausen, hatte man zugleich die beste Verbindung zur Gemeinde. Mit ihr kam man überein, den Sportplatz auch schulisch zu nutzen und vereinbarte eine Pachtbeteiligung von 50 DM. Die kosten der Einzäunung sollten gleichfalls geteilt werden. Bei einem bunten Abend mit Theateraufführungen am 20. Februar konnten erstmals die Finanzen gestärkt werden.

 

Platzeinweihung...

 

Die Sportplatzeinweihung war für den 5.März vorgesehen, musste aber auf den 19.März verschoben werden, da die Platzgestaltung doch mehr Zeit beanspruchte. Bis dahin trainierte man schon eifrig, auf das nachdrückliche Betreiben Schiedecks, der wohl aus Erfahrung um eine hohe Niederlage für seine Neulinge fürchtete. Passive Mitglieder sprangen als Trainingspartner für die erste Mannschaft ein. Mit den Nachbarvereinen wurden Freundschaftsspiele durchgeführt, um einer haushohen Niederlage beim Einweihungsspiel vorzubeugen. Für die Einweihung konnte der FC Schwarzenbach mit  der 1. und der Reservemannschaft verpflichtet werden. Am 19. März 1950 war es schließlich soweit. Unter der musikalischen Begleitung durch die Blaskapelle Thanhausen, mit ihrem Dirigenten Georg Edtmüller, marschierte der VfB Thanhausen mit seiner 1. Elf und seiner Jugendmannschaft zusammen mit den Gästen aus Schwarzenbach zum Fußballplatz.

 

Tore aus alten Schulbänken...

 

Hier sah es noch etwas provisorisch aus. Die Tore waren nur aus alten Schulbänken gezimmert und ohne Netz. Das Vorspiel der Jugend gegen die Reserve aus Schwarzenbach wurde angepfiffen. Noch in der ersten Halbzeit stießen zwei Spielgegner mit den Schienbein zusammen, ein hörbarer Knacks und der Schwarzenbacher ging zu Boden. Helfer rannten herbei. Das Bein war gebrochen Karl Franz brachte ihn mit seinem VW ins Krankenhaus. Die Begeisterung der Zuschauer blieb für den weiteren Verlauf des Spiels deutlich gedämpft. Später erfuhr man, das Schien- und Wadenbein gebrochen waren. Das Ergebnis des Freundschaftsspieles der 1. Mannschaft rechtfertigte die Befürchtungen Schiedecks. 12:8 hieß es am Schluss für den FC Schwarzenbach. Das Vorspiel der Jugend hatte mit 1:1 geendet.

 

Theaterspiel bessert die Finanzen auf...

 

Zur Aufbesserung der Finanzen wurde auch weiterhin im Gasthaus Fischer Theater gespielt. Anlässlich eines geplanten Pokalturnieres zu Ostern, am 9. und 10. April, wurde die Kasse gestürzt – 66,32 DM blieben nach Abzug aller Unkosten übrig.

 

Um ausreichenden Versicherungsschutz für die Spieler zu erhalten, bemühte sich die Vorstandschaft um Aufnahme in den Landesverband. Die Verhandlungen führte weitgehend Spielleiter Karl Schiedeck. Trotz Entgegenkommen des LV musste der VfB bei schmalen Finanzen noch 100 DM einbringen, um sofortige Sicherheit zu erlangen.

 

Um Gleichwertigkeit mit den anderen Vereinen der Gruppe Grenzland-Verband zu erzielen, gab es noch viel zu tun. Der Grenzland-Verband blieb zu der Zeit als eigene Bezirksgruppe des Landesverbandes bestehen. Ihre Leitung wurde zudem Schiedeck übertragen, woraus man sich Vorteile für den eigenen Verein ersah.

 

Im März folgten 2 Freundschaftsspiele gegen den ASV Mitterteich, das mit 3:8 Toren verloren wurde und gegen den SV Griesbach, das der VfB 5:3 für sich entscheiden konnte. Beim Osterpokalturnier am 9. und 10. April belegte die Elf des VfB hinter dem FC Schwarzenbach, dem FC Ziegelanger und dem ASV Mitterteich den vierten Platz. Die auswärtigen Spieler wurden dabei während dieser zwei Tage wie selbstverständlich in Unterkunft un Verpflegung genommen.

 

300 Zuschauer...

 

Weitere Freundschaftsspiele folgten, von denen nur 1 Spiel verloren wurde. Schiedeck war sichtlich zufrieden mit den bisherigen Leistungen seiner Schützlinge, Besondere Anerkennung sprach er den Thanhausener für deren lebhaftes Interesse bei den Heim- und Auswärtsspielen. Bei einer Begegnung auf heimischen Platz waren immerhin 300 Zuschauer anwesend.

 

In der Monatsversammlung am 18. Mai beschloss man die Aufstellung einer Alt-Herren-Mannschaft mit Ludwig Kutzer als Spielführer. 14 Mädchen und Frauen traten dem Verein bei und gründeten mit Frau Weigert an der Spitze eine Damen-Handballmannschaft in den folgenden Wochen entstand auch eine Reserve-Mannschaft.